Zuckerersatz – Pro und Contra der Alternativen

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Zuckerersatz – Pro und Contra der Alternativen

2018-03-15T08:35:20+00:00März 15th, 2018|Zuckerfrei|

Haushaltszuckeralternativen gibt es viele. Besser als dieser sind sie teilweise aber noch lange nicht. Gerade Sirupe (bspw. Maissirup) und Säfte (Agavendicksaft) sind in den Verruf gekommen, noch schädlicher als normaler Zucker zu sein, da diese einen viel höheren Fruktoseanteil haben, was wie in diesem Artikel beschrieben ist, sehr schädlich für den Körper sein kann, wenn es in grossen Mengen zu sich genommen wird.

Wie schon angetönt, sind Zuckerersatzprodukte nicht automatisch besser für unsere Gesundheit und für die Umwelt natürlich auch nicht. Hier eine kurze Auflistung, welche Alternativen es gibt:

Es gibt verschiedene Arten von Zuckeralternativen, darunter gehören

Sirupe und Dicksäfte

Der Unterschied von Sirupen und Dicksäften liegt in der Herstellung: Während bei Sirupen das Wasser in Fruchtsäften durch Hitze entzogen wird (Einkochen), entsteht bei Dicksaft eine eingedickte Zuckerlösung teilweise auch durch kalte Herstellung. Beim letzteren Verfahren werden also weniger Vitamine zerstört.

  • Ahornsirup

Ahornsirup wird aus dem Saft des Ahornbaumes gewonnen und wird dann eingekocht und eingedickt.

– Ahornsirup wird in Kanada oder China hergestellt. Vom Transport her also schon mal suboptimal. Teilweise wird er mit Zuckerwasser gestreckt und enthält 67% Zucker.

+ Der Sirup enthält (je nach Grad, AA am besten und hellsten, D am dunkelsten) Mineralstoffe wie Eisen und Magnesium

  • Agavensirup

Hergestellt wird dieser Sirup aus der mexikanischen Kakteenart Agave, indem deren Saft eingekocht wird.

– Der Agavensirup enthält 90% Fruktose, weshalb er heftig in Kritik geraten ist.

+ Der glykämische Index ist sehr niedrig.

  • Apfeldicksaft & Birnendicksaft

Diese Dicksäfte werden durch den jeweiligen Obstsaft hergestellt, in dem er eingekocht wird.

– Enthält viel Fruktose und fördert Karies

+ Mineralstoffe und Spurenelemente bleiben erhalten, kann lokal und sogar selbst hergestellt werden (Einkochen von Apfelsaft)

  • Reissirup

Gemahlener Reis wird zur Herstellung von Reissirup in Wasser aufgelöst und danach eingekocht.

– Von den Kalorien her ist Reissirup kaum besser als Rohrzucker, ist aber weniger süss.

+Er enthält keine Fruktose, enthält Mineralstoffe, Malz- und Traubenzucker und lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schiessen.

  • Kokosblütensirup / Kokosblütenzucker

Beides wird aus dem Saft der Kokospalme gewonnen. Für den Saft wird dieser eingekocht, für den Zucker noch kristallisiert.

– Kokosblütenzucker besteht fast ausschliesslich aus Saccharose und enthält gleich viele Kalorien

+Die beiden Varianten haben einen niedrigen glykämischen Index (35) und lassen den Zuckerspiegel kaum ansteigen, sie enthalten zudem noch Vitamine und Mineralstoffe. Gerade zum Backen ist die Zuckerversion gut geeignet, da er nicht zusätzliche Feuchtigkeit enthält. Er enthält nur ca. 10% Fruktose.

 

Trockenfrüchte

  • Datteln 

Datteln sind die Früchte der Dattelpalme, die in Ägypten, Iran und Saudi Arabien beheimatet ist.

– haben einen hohen Fruktose Anteil, enthalten aber auch Ballaststoffe. Sind teilweise mit Zuckerguss überzogen (glänzend)

+Datteln sind verdauungsfördernd und liefern schnell Energie. Sie sind kalorienarmer und lassen sich zu Dattelhonig verarbeiten und können auch zum Backen verwendet werden. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

  • Weitere Dörrfrüchte (Rosinen, Pflaumen, Feigen…)

Dörrfrüchte werden durch die Trocknung von Obst hergestellt.

– Um die Farbe des Obst zu bewahren, wird oft Schwefel beigesetzt (zbsp. Aprikosen). Trockenfrüchte haben zudem einen hohen Fruktoseanteil.

+Sie können zu Energyballs – „gesunden Pralinen“ – oder auch zum Backen eingesetzt werden. Sie enthalten noch Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine. Gerade Trockenpflaumen sind auch sehr gut für die Verdauung und hilft bei Verstopfung.

 

Obst (Bananen, Mango, Äpfel und Co)

– Exotische Früchte kommen nicht gereift zu uns, sind mit sozialen Missstände verbunden und haben einen weiten Transportweg.

+ Sie enthalten neben Fruktose auch Ballaststoffe und sind unverarbeitet, d.h. kommen so in der Natur vor. Die meisten vertragen Obst sehr gut, da es zu unserer natürlichen Diät gehört.

 

Honig

Schon vor 10‘000 Jahren haben Menschen Honig als Süssungsmittel genutzt. Es ist ein tierisches Produkt, dass von den Bienen „hergestellt“ wird.

– Für strickte Veganer ist Honig nicht geeignet. Er enthält sehr viel Zucker. Die positiven Eigenschaften werden ab 40°C zerstört.

+Honig hat eine höhere Süsskraft als Zucker, ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen und wirkt entzündungshemmend und wundheilend.
 

Stevia

Stevia wird aus einer Pflanze Südamerikas gemacht. Während von den Ureinwohner die Blätter direkt zum Süssen verwendet wurden, wird das hier erhältliche Pulver in einem aufwändigen chemischen Verfahren extrahiert.

– Die Herstellung von Steviapulver ist alles andere als natürlich und umweltfreundlich, in Bioprodukten ist es nicht erlaubt. Stevia kann den Stoffwechsel durcheinanderbringen und eignet sich nicht besonders gut zum Backen.

+Stevia wirkt sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus und ist für Diabetiker geeignet. Es enthält eine viel höhere Süsskraft als Zucker, fördert gleichzeitig keinen Karies und ist kalorienarm.
 

Zuckeralkohole und Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe, respektive Zuckeralkohole kommen natürlich in Obst und Käse vor. Hergestellt werden sie allerdings chemisch, meist aus Mais und tragen folgende E-Nummern: Xylit (Xylitol, E967), Erythrit (Erythritol, E968), Sortbit (Sorbitol, E420), Mannit (Mannitol, E421), Isomalt (E953), Maltit (E965) und Lactit (E966).

  • Sorbit

Sorbit wurde ursprünglich aus der Vogelbeere hergestellt. Industriell wird es aber ebenfalls aus Mais oder Weizenstärke hergestellt.
– Sorbit weisst eine weniger starke Süsskraft auf als Zucker, in hohen Dosen kann es zu Durchfall und Blähungen führen und ist für gewisse Menschen nicht verwertbar.

+Sorbit ist für Diabetiker geeignet und ist nicht viele Kalorien.

  • Xylit (Birkenzucker)

Obwohl Xylit auch als Birkenzucker bezeichnet wird, kann er aus verschiedenen Obst- und Gemüsesorten hergestellt werden. Das natürliche Zuckeralkohol ist zwar auch in der Birkenrinde vorhanden, wird heutzutage aber meist in einem aufwändigen, industriellen Verfahren aus Maiskolbenresten gewonnen.

– Teilweise wird zur Herstellung gentechnisch veränderter Mais genommen, was nicht gekennzeichnet werden muss. Bei grossem Verzehr kann er abführend und blähend wirken. Für Hunde ist es giftig.

+Xylit hilft der Mundhygiene: Es hat eine antikariogene und kariesreduzierende Wirkung.  Der Insulinspiegel wird nur geringfügig beeinflusst, wodurch Xylit für Diabetiker geeignet ist. Er ist zudem auch bei Stoffwechseldefekten gut verträglich ist.
 

Künstliche Süssstoffe

Dazu gehören Acesulfam K und Aspartam, Saccharin und Sucralose. Sie werden chemisch hergestellt. Sie werden vor allem in Kaugummis und Fertiggerichten verwendet.

– können Gesundheitsschädliche Wirkungen (sogar Krebs!) haben und schaden dem Stoffwechsel, da durch die Süsse eine Kalorienzufuhr erwartet wird vom Körper, die dann ausbleibt. Dies löst dann einen Heisshunger aus, in dem wir nach „richtigem“ Zucker verlangen.

+Künstliche Süssstoffe sind sehr kalorienarm und haben eine höhere Süsskraft und sind für Diabetiker geeignet.
 

Welches Süssungsmittel benutze ich?

Ich persönlich versuche, wann immer es möglich ist, unverarbeitete Produkte zu wählen. Ich benutze vor allem Datteln und Bananen zum Süssen aller möglichen Desserts, da diese zwar einen hohen Zuckeranteil haben und auch Fruktose enthalten, aber auch die Ballaststoffe enthalten, die die schädlichen Auswirkungen von Zucker mindern. Falls sich die natürliche Variante nicht eignet, benutze ich Kokosblütenzucker, den ich im Unverpackt-Laden einkaufe. Xylit verwende ich in meiner Zahnpasta, aber nicht zum Süssen.

  • Trockenobst
  • Obst
  • Kokosblütenzucker
  • Honig (nur wenig und als Medizin und nur wenn ich den Imker kenne)
  • Xylit (nur für Zahnpasta)

Je unverarbeiteter das Produkt, desto natürlicher, das heisst auch desto ballaststoffreicher und gesünder! Es gilt aber auch hier, diese Alternativen in Massen zu geniessen. Eine Nachspeise ist das Tüpfchen auf dem I. Also macht es nur einen kleinen Teil des Ganzen Menüs aus…

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