Felix und ich haben seit einiger Zeit neue Haustiere: Würmer. Diese sitzen in einer Kiste, die als Sitz getarnt sind und fressen unsere Gemüsereste auf.

Warum ein Wurmkomposter?

Nicht überall werden Bioabfälle separat gesammelt. Wer also keine Biotonne vor dem Haus stehen hat, kann mit einem Wurmkomposter etwas müllautarker leben. Zudem wird Biomüll oft nicht kompostiert sondern zu Biogas verwertet – also erstmal weniger Hummus für die Erde. Mit dem Wurmkomposter hat man die Möglichkeit wertvolle Erde für die Blumentöpfe und Balkongärtchen zu gewinnen.

Es gibt unterschiedliche Modelle, welche für auf dem Balkon, welche für in der Küche. Man kann es komplett selber bauen oder fertig kaufen. Ich habe den Wurmkomposter von wurmkiste.at getestet.

Selbstbauset

 

Das Bauset ist relativ einfach zum zusammenbasteln, die Anleitung dazu ist aber leider nur in schwarz-weiss, so dass ich einige Probleme hatte, die richtigen Teile in der richtigen Reihenfolge zu montieren. Auf Youtube habe ich dann ein Video gefunden, was mir geholfen hat.

 

Anwendung

Die erste Zeit mit dem Wurmkomposter lief sehr gut. Kein Gestank, keine Probleme, keine Mückchen. Doch dann hat es angefangen und seither haben wir ständig verschiedene kleinste Mückchen in der Wohnung. Die nisten sich dann auch in meinen Topfpflanzen ein, was ich weniger toll finde. Ich habe es mit 2 Wochen Fütterungspause versucht, den Komposter für längere Zeit in die Eiseskälte gestellt, Nematoden bestellt, Essig reingestellt… alles ohne Erfolg. Dann habe ich es mit Nemöl versucht. Das hat geklappt. Doch sobald ich aufhöre zu sprayen, kommen auch die Mückchen wieder.  Zumindest sind es nun deutlich weniger. Damit kann ich leben.

Es ist auch gar nicht so einfach, zu wissen, wie viel die Würmer jetzt essen. Ich habe das Gefühl, dass ich ständig zu wenig oder zu viel reingemacht habe, dann hat es wieder gegraut, also wieder raus… Die Anleitung zum Wurmkomposter ist jedenfalls sehr gut und hilft bei allen Problemen weiter.

Aufwand grösser als gedacht

Die Wurmkiste braucht einiges an Beobachtung, Pflege und Geduld (wenn mal die Fliegen kommen). Ich kenne aber einige, bei denen das wunderbar funktioniert und so auch praktisch ist, weil der Biomüll wieder in Erde und Dünger umgewandelt wird, welchen man für Topfpflanzen und Balkon verwenden kann.

Das Selbstbauset finde ich persönlich nicht gerade günstig, allerdings weiss ich aus Erfahrung, dass man oft auch mal teurer als solche Sets kommt, wenn man die Bauteile nicht in den passenden Massen bekommt und alles selber zuschneiden muss. Zudem muss man alles selber durchdenken und einkaufen.

Den Komposthaufen kenne ich noch von meinen Eltern. Im gleichen Prinzip habe ich mir den Wurmkomposter vorgestellt. Gerade für grössere Mengen (wenn man einen eigenen Garten hat), macht es meiner Meinung nach mehr Sinn, einen „Komposthaufen“ anzulegen.

Ausprobieren, wer Lust und Geduld hat

Auch wenn ich jetzt keine absolute Verfechterin des Komposters geworden bin, finde ich die Idee echt klasse. Vielleicht liegt es an mir, vielleicht an sonst was, dass es bei mir nicht perfekt klappt. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!