Ich komme ursprünglich aus dem Wasserschloss Europas – der schönen Schweiz. Viele Seen und Flüsse sorgen dafür, dass das kostbare Süsswasser ausreichend vorhanden war und ich als Kind nie daran gedacht habe, dass andere verdursten und sparsam mit Wasser umgehen müssen.

Nach dem letzten Sommer, als es in Süddeutschland gefühlte 5 Monate keinen Tropfen Regen gegeben hatte, die Felder trocken aussahen und es von April bis Oktober heiss und sonnig war, habe ich aber definitiv gemerkt, dass mit dem Klimawandel auch ganz andere Zeiten auf uns zukommen könnten. Und so habe ich angefangen, Wasser zu sparen in dem ich zum Beispiel Wasser zum Gemüse waschen zum Giessen genutzt habe.

Ist Wassersparen sinnvoll?

Gleichzeitig werde ich auch immer wieder gefragt, wozu den Wassersparen, wenn wir hier gar keine Trinkwasserknappheit haben. Das ist allerdings nicht überall so. Spanien und auch Teile Deutschlands haben da schon Probleme gehabt. Auf anderen Kontinenten sieht die Situation teilweise noch viel verheerender aus.

Vielen Orts Deutschland ist Trinkwasser aber ausreichend vorhanden. Allerdings wurden das Abwassernetz und die Aufbereitungsanlagen überdimensioniert gross gebaut, da damals noch von einem stetig steigenden Verbrauch ausgegangen wurde. In Deutschland ist der Wasserverbrauch in den letzten Jahren nämlich sogar gesunken, wir verbrauchen pro Tag ungefähr 130 Liter Wasser. Das ist die Hälfte von dem, was damals geschätzt wurde. Das meiste wird dabei das Klo hinuntergespült.

Das hat natürlich Folgen: Trinkwasser fliesst zu langsam durch die Leitungen, wodurch sich Keime bilden könnten, die Kanalisationsleitungen werden durch das Abwasser nicht mehr genug durchgespült, wodurch sich Ablagerungen bilden. Das führt dazu, dass die Rohre mit Trinkwasser durchgespült werden, da es sich nicht lohnt, diese komplett neu und kleiner zu bauen.

Warum trotzdem Wassersparen?

Gerade beim Duschen, Baden und überall sonst, wo Warmwasser gebraucht wird, lohnt es sich aber sparsam mit dem blauen Gold umzugehen. Denn hier wird sehr viel Energie gebraucht, um es auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen. Weniger Wasser bedeutet einerseits weniger Energie, weniger Wasser und somit auch einen kleineren Betrag auf der Nebenkostenrechnung.

Airshower: Duschen mit mehr Luft

Damit die Duschzeit nicht einfach halbiert werden muss, um Wasser zu sparen, kann man auch ein Airshower-Bit von Wohnwagon installieren. Dieses soll bis zu 30% des Wassers, den Abwasser- und Warmwasseraufbereitungskosten senken. Zudem macht es das Wasser weicher, der Strahl ist aber nicht weg und man wird wunderbar sauber.

Laut Wohnwagon sollen auch Kalkablagerungen in Duschkopf und Brauseschlauch minimiert werden – dazu kann ich aber noch keine Langzeitberichte abgeben.

Die Installation könnte nicht einfacher sein. Man dreht einfach den Duschkopfschlauch von der Wasserarmatur und schraubt das kleine Teil dazwischen. Fertig.

Airshower im Test

Bevor ich das Airshower Teil installierte, haben Felix und ich sechs mal den Wasserverbrauch beim Duschen gemessen. Danach haben wir das gleiche mit dem Airshower gemacht. Insgesamt haben wir beide so 26 % an Wasser einsparen können, allerdings meist etwas mehr beim kalten als beim warmen Wasser. Immerhin brauchen wir fast 2 Liter weniger Warmwasser pro Duschgang. Die angegebenen Zahlen von Ersparnissen bis zu 30 % sind somit bei uns ebenfalls erfüllt.

Wasser sauber halten

Was mindestens so wichtig ist, wie ein bewusster Umgang mit Wasser, ist das Trink- und Grundwasser sauber zu halten. Durch Medikamente, Nanopartikel, Mikroplastik, Spritzmittel und Düngemittel verunreinigen wir das Wasser zunehmend, wodurch irgendwann eine Trinkwasserknappheit entstehen kann. Deswegen lohnt es sich auf biologisch abbaubare Kosmetik und Waschmittel zurückzugreifen. Ebenso kann möglichst natürlich, ohne Spritzmittel angebautes Essen bevorzugt werden, wodurch der Boden und das Grundwasser geschützt werden.

Virtuelles Wasser

Ein weiterer Punkt, der ebenfalls mit unserem Konsumverhalten zusammenhängt, und wobei wir ebenfalls sehr viel Wasser sparen können ist der virtuelle Wasserverbrauch. Dies umfasst den gesamten Wasserverbrauch, welcher nötig ist, bis ein gewisses Produkt oder Nahrungsmittel fix fertig bei uns gekauft werden kann.

So brauchen wir zu der einen Badewanne, die wir durch Kochen, Toilettenspülung, Duschen, Waschen brauchen, weitere 25 (!) Badewanne pro Kopf und Tag für unsere Nahrung und Konsumgüter. Ein Glas Milch braucht beispielsweise 250 Liter Wasser (das Futter, welches ebenfalls angepflanzt werden muss und Wasser für die Kuh), eine Tasse Kaffee verbraucht so mindestens 130 Liter. Ein Steak ist noch deutlich höher: 4000 Liter werden dafür gebraucht. Eine Jeans, die mit der durstigen Baumwolle hergestellt wird, braucht 8000 Liter Wasser, bis sie fertig ist (inklusive Färben). Dagegen brauchen Kartoffeln pro Kilo „nur“ 287 Liter, Tomaten 214 Liter und Kohl 237 Liter Wasser.

Das Muster wird deutlich: weniger Tierprodukte und möglichst lokale und saisonale Produkte senken den virtuellen Wasserverbrauch deutlich. Gesund ist dies obendrein und Geld spart man auch noch 🙂

Fazit

Ich persönlich finde es durchaus sinnvoll, Wasser zu sparen, oder zumindest nicht verschwenderisch damit umzugehen. Denn bis das Wasser wieder sauber ist, braucht es viel Aufwand und Energie. Zudem planen wir in unserer Tiny House Gemeinschaft ein autarkes Wassersystem aufzubauen, wo wir die Anlagen so dimensionieren können, wie wir sie möchten und somit keine „Mindestwassermenge“ haben, wie die Abwasserreinigungsanlagen momentan brauchen.

Da der Airshower Energie und Wasser spart und sehr einfach zu montieren ist, kann ich ihn nur empfehlen.

Da wir aber eben nur 1 Badewanne Wasser an Leitungswasser pro Tag brauchen und das 26-fache davon durch unseren Konsum verbraucht wird  – und dies oft in Gegenden, wo Trinkwasser nicht so reichlich vorhanden ist wie bei uns – sehe ich hier eine grosse Chance, durch Aufklärung das kostbare Gut besser zu schützen, indem wir hier bewusster konsumieren, Second Hand kaufen, uns gesund und saisonal ernähren und somit auch Geld sparen.