Warum Zero Waste + Die 5 R’s

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Warum Zero Waste + Die 5 R’s

2018-01-24T11:35:30+00:00 Januar 24th, 2018|Zero Waste|

559kg Abfall pro Erwachsener im Jahr alleine in Deutschland, über 311 Millionen Tonnen Plastik im Ozean und Verpackungen ohne Ende – Zero Waste versucht mit den 5 R’s den Abfall drastisch zu reduzieren.

Zahlen zum Müll
Vom Take-Away-Kaffee über das Paket vom Onlineshop bis hin zur Chipstüte vor dem Fernseher: Alles wird verpackt, in Plastik gewickelt und landet (wenn‘s gut kommt) im Abfalleimer, oder sonst in der Natur. Der neuste Trend wehrt sich dagegen und setzt auf Zero Waste – kein Abfall!

Allein im Jahr 2015 kamen beispielsweise 559kg pro Erwachsener in Deutschland zusammen. Das sind ganze 1.5kg pro Tag! In der Schweiz sind es sogar 729 kg pro Erwachsener im Jahr. Die Menge, die die Deutschen und Schweizer heutzutage wegwerfen, sind massiv gestiegen. 2000 waren es noch 37.6 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle in Deutschland, während es 2015 insgesamt 45.9 Millionen Tonnen waren. Die gute Nachricht: Es wird wenigstens mehr recycelt und wiederverwertet.

„Die Geschichte des Abfalls ist die Geschichte unseres Wohlstands. Sei es in Form von steigenden Nahrungsmittelabfällen, komplexeren Verpackungen oder einer kürzeren Lebenszeit elektronischer Geräte. […] Würde die gesamte Welt im selben Ausmass wie die Schweiz konsumieren, wären fast drei Erden erforderlich.“ Wälti C.& Almeida J., BAFU.

Die Problematik des Plastiks
Was mit dem Müll passiert, kennen wir ja alle aus verschiedenen Berichten. Grosse Teile landen im Ozean, wo unterdessen ein ganzer Kontinent aus Abfällen schwimmt. Greenpeace schätzt, dass unterdessen mindestens 150 Millionen Tonnen Plastik im Ozean schwimmen, jährlich kommen 13 Millionen Tonnen dazu. Zu den Hauptquellen gehören die nicht vorhandenen Abfallwirtschaft, Tourismus, Industrie und Landwirtschaft. Vor allem in Südostasien fällt viel Müll an, der im Ozean landet.

Doch auch wir brauchen Unmengen an Plastik: In Westeuropa werden 136kg pro Person im Jahr verbraucht, die Deutschen sind hier an der Spitze.

Im Jahr werden 311 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, wovon 40 Prozent für Verpackung gebraucht wird. Mit nur der der Hälfte wird es in Baumaterialien und 8.6 Prozent für Fahrzeuge genutzt. Mit Zero Waste könnten diese 40 Prozent drastisch reduziert werden.

Der Plastik vergiftet nicht nur unsere Meere, sondern stellt auch ein grosses Problem für die Tiere dar: Sie fressen das Plastik teilweise und verhungern mit vollem Bauch, sie verfangen sich in Netzen und Schnüren. Im Internet kursieren Videos von Tieren, die durch Plastikteile (fast) sterben und Retter, die sie davon befreien.

Über die Problematik des Mikroplastiks habe ich ja schon berichtet…

Dieser Blog soll aber nicht davon handeln, was alles schiefgeht, sondern wie wir mit Zero Waste die Erde ein Stückchen sauberer gestalten können.

Zero Waste – Dem Müll die Abfuhr erteilen
Zero Waste ist der Versuch, so müllfrei, wie möglich zu leben. Dabei wird alles unverpackt gekauft, was irgendwo unverpackt zu kaufen ist. Second Hand anstatt neu und Tupperware und Spork anstatt Take-away-Geschirr.

Zero Waste ist zwar kein neues Konzept – die Natur arbeitete schon seit jeher damit und die Urvölker ebenso – kommt aber unter diesem Begriff aus den USA. Dort ist es unterdessen regelrecht zur Trendbewegung geworden.

Auch hierzulande öffnet ein Unverpackt-Laden nach dem anderen. Auch Rezepte zum Aufstriche, Senf, Brot und Co selber zu machen, kursieren reichlich im Internet und sagen dem Konsum den Kampf an.

The 5 R’s
Die Zero Waste Bewegung basiert auf die folgenden fünf Prinzipien:
• Refuse (verweigern)
Verpackungen, Plastiksäckchen, Gratismüsterchen und so weiter können ganz einfach verweigert werden. Sei das beim Einkauf, im Büro oder beim Bestellen im Internet; Wegwerfartikel lassen sich leicht ersetzen und so einiges an Müll gespart.
• Reduce (reduzieren)
In erster Linie kann der Konsum reduziert werden, denn wir haben meist viel mehr, als wir tatsächlich brauchen und zweitens gibt es zu fast allen Wegwerfartikeln eine Alternative, die nachhaltiger ist. Vorbereitung ist alles: Take-Away Essen in das Tuppergeschirr von zuhause und die Einkaufstüten mitbringen sind nur zwei Beispiele von vielen, wie der Müllberg verringert werden kann.
• Reuse (wiederverwenden)
Anstatt alte T-Shirts wegzuwerfen, kann man Putzlappen, Strickgarn oder Einkaufstaschen gebastelt werden. Viele Gegenstände könnten wiederverwendet werden, bevor sie im Müll landen. Auch bedrucktes Papier kann als Notizzettel verwendet werden oder Gläser zu Kerzendeko.
• Recycle (recyceln)
Dieses Prinzip wird in Deutschland schon ziemlich vorbildlich angewandt: Wenn es sich nicht vermeiden, verweigern oder reduzieren lässt, kann man es recyceln, so dass der Rohstoff wiederverwendet werden kann. Beim Kauf von neuen Produkten sollte also darauf geachtet werden, dass sie aus recyclebaren Materialien bestehen, wie Glas, Karton, Holz oder Metall (und gewisse Arten von Plastik).
• Rot (kompostieren)
Alles was organisch, natürlich ist, kann kompostiert werden und kehrt so automatisch zurück in den Kreislauf der Natur. Bambuszahnbürsten, Salatabfälle, ja sogar Haare können auf dem Komposthaufen abgebaut werden.

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