Warum lebe ich vegan? Teil I: Tiere

///Warum lebe ich vegan? Teil I: Tiere

Warum lebe ich vegan? Teil I: Tiere

2017-05-20T12:46:47+00:00 Mai 20th, 2017|Vegan|

Schon seit über einem Jahr ernähre ich mich vegan. Ich habe mein Leben seit Januar 2016 schrittweise veganisiert und konsumiere nun keine Tierprodukte mehr. Laut einer Studie von swissveg.ch ernähren sich rund 3% weitere Schweizer vegan– der Trend steigernd. Doch warum entscheiden sich immer mehr Leute für eine vegane Ernährung? Für mich gibt es drei Hauptgründe:
Tiere, Umwelt und Gesundheit. Fangen wir vorne an: Bei den Tieren.

Fleisch
Der offensichtlichste Grund ist, dass Tiere sterben, wenn der Mensch ihr Fleisch essen will. Das romantische Bild aus Werbespots von grasenden Kühen auf der Weide und Hühner, die frei auf dem Hof herumlaufen können, ist leider in den allermeisten Fällen eine Lüge. Gehalten in engem Gehege ohne Tageslicht, mit importiertem Sojafutter und Medikamenten gefüttert und dann oft grausam getötet, entspricht schon eher der Wahrheit. Artgerechte Haltung wäre die Freiheit, egal ob Nutztier oder Katze. Nebst dem Fleisch werden Tiere auch für ihre Haut (Leder), Federn (Daunen) oder Pelz gezüchtet und getötet.
Gerettete Schweine auf den Hof Narr in Zürich

Milch
Warum Vegetarismus also nötig ist, wenn man nicht möchte, dass Tiere leiden und sterben, wäre also schon mal geklärt. Doch warum dann auch keine Milch und Eier? Das Leben einer Milchkuh sieht nicht besser aus als das einer Mastkuh: Auch sie wird lange vor ihrer Lebenserwartung (bis 20 Jahre) geschlachtet. Ab dem zweiten Lebensjahr wird sie geschwängert, damit wir die Milch, die für das Kälbchen gedacht ist, trinken können. Das Kälbchen wird nach der Geburt von der Mutter getrennt und erhält ein Ersatzgetränk. So geht das jedes Jahr, da der Milchfluss sonst abnimmt. Nach fünf Jahren wird die Kuh dann getötet, da sie nicht mehr rentiert. Ich wuchs neben einem Bauernhof auf… ich weiss, dass die Kuh und ihr Kälbchen oft Nächtelang muhen und sich rufen.

Eier
Auch wenn in der Schweiz die Massentierhaltung verboten ist, werden viele Eier für Gebäcke wie Kekse importiert. Ein Legehuhn lebt nur ungefähr 18 Monate (ein Wildhuhn lebt bis zu 20 Jahre!) , da ihre Produktivität wie die einer Milchkuh danach abgibt. Vorher legt sie anstelle der natürlichen 30-36 300 Eier und wird dann geschlachtet und zu Biogas oder in Wurst verwandelt. Ein weiterer Grund der gegen den Eikonsum spricht: Jährlich werden in Deutschland 40 Millionen Küken, in der Schweiz 2 Millionen am ersten Tag ihres Lebens vergast, weil sie nicht genügend Fleisch liefern würden.

Meerestiere
Wie die Bewohner über der Wasseroberfläche, fühlen auch Fische und andere Meerestiere Schmerz und landen nicht freiwillig auf dem Teller. Der Fischbestand hat sich in den letzten Jahren drastisch verringert. Dies betrifft nicht nur die Meerestiere, die für den Konsum ins Netz gehen, sondern viele andere Lebewesen. Laut WWF sind 40% der Beute im Netz Beifang und wird tot wieder im Meer entsorgt. Dazu gehören auch 300’000 Delfine und Kleinwale… oder Schildkröten.

Honig, Wein und Essig
Veganismus bedeutet den Verzicht von allen tierischen Produkten. Auch Honig, der von Bienen gesammelt wird, Gelatine (Stoff aus dem Bindegewebe von Haut und Knochen) und gewisse Zusatzstoffe sind nicht vegan. Bei der Herstellung von Wein und Essig beispielsweise werden teilweise tierische Produkte genutzt, die dann danach wieder herausgefiltert werden. Das Produkt an sich ist vegan, die Herstellung allerdings nicht. Daher verzichten viele vegan lebende Menschen darauf oder wählen ein alternatives Produkt.

Da ich nicht will, dass Tiere so gehalten und getötet werden, nur damit ich an Ostern „Eiertätsch“ machen kann und zu Weihnachten Fondue Chinoise essen kann, war es klar, dass ich meine Ernährung und meinen Lebensstil auf vegan umstellen möchte. Ich könnte diese Tiere nicht töten und ausbeuten und finde, dass ich deswegen auch kein Recht habe, andere das für mich erledigen zu lassen.

Zum Schluss noch eine Rede von Gary Yourofsky, einem veganen Tierrechtaktivisten, der meiner Meinung nach sehr überzeugende Argumente liefert…

Leave A Comment