Umweltfreundlicheres Leben – müssen wir dazu gezwungen werden? (Gastbeitrag)

//Umweltfreundlicheres Leben – müssen wir dazu gezwungen werden? (Gastbeitrag)

Umweltfreundlicheres Leben – müssen wir dazu gezwungen werden? (Gastbeitrag)

2018-10-24T05:44:30+00:00Oktober 24th, 2018|Nachhaltig|

Gastbeitrag von Silva Lanfranchi

Wie sieht die Welt von Morgen aus?

Mit dem Mutter werden kommen auch gewisse unerwartete Gedanken zustande, die man vielleicht nicht ganz so effizient angehen kann wie andere. Bei mir manifestieren sich diese Überlegungen meistens wenn ich im Bett liege und nicht schlafen kann: Geht es meinem Kind gut? Hätte ich etwas besser machen können? Wie wird es ihm morgen gehen? In 2 Jahren oder in 20? Und bei meinem umwelttrainierten Hirn ist dann der Sprung nur noch klein zu der Klimaveränderung. In was für eine Welt habe ich mein Kind nur reingesetzt?! Wird es noch sauberes Wasser und Luft haben? Oder wird es in seinem Leben viel schwierigere Herausforderungen bewältigen müssen als wir uns jetzt überhaupt vorstellen können?

Die traurige Wahrheit bekräftigt mich in meinem Gedanken, dass etwas ändern muss und zwar dringend. Wenn ich ehrlich bin, weiss ich das meine guten klimatischen Absichten und Taten sowie die zahlreicher anderer nicht reichen wird, um ein Klima hinterlassen zu können in dem zukünftige Generationen nicht unter den Taten der Vergangenheit leiden werden.

Der zerstörerische Konsum

Ich sehe das Problem hauptsächlich in der Natur des Menschen, man möchte so viel wie möglich konsumieren, weil man sich davon Glück und Zufriedenheit verspricht. Der Konsum geht von Materiellem über Erlebnisse zu Gefühlen, und bis wir uns das eingestehen werden und erkennen wie destruktiv dieses Benehmen ist, wird sich in unserer Umwelt nichts verändern. Oder? Es gäbe da schon noch eine andere Option die aber gerne verworfen wird, weil sie direkt unsere Freiheit einschränkt. Regulierung von außen ist oftmals als Angriff angesehen, wenn man jedoch an eine Regulierung unseres Konsumverhaltens denkt, haben wir als Menschen über die letzten Jahrhunderte bewiesen, dass wir es nicht selber machen können.

Thematik Flugverkehr

Während meiner schlaflosen Nacht habe ich vor allem an den Flugverkehr gedacht: Einer der grössten Emissionen die wir als Menschen einzeln verursachen. Es geht hier um den Konsum von Erlebnissen, und warum eigentlich nicht? Die Flüge werden ja immer billiger und die Welt immer verlockender. Ich stelle mir eine Regulierung vor wie sie seit Jahren schon bei Firmen besteht und zwar ein Emissionen Limit. Das errechnete Limit soll in einem Jahr nicht übertroffen werden, wird es das doch muss man das Limit erweitern, in dem man Emissionenrechte von anderen Firmen, die ihr eigenes unterbieten, abkauft. Dies ist ein Konzept das noch lange nicht perfekt ist und oftmals von den grossen Konzernen ausgenutzt wird, und trotzdem ist es ein spannender Ansatz.

Lösungsansatz Limit von Emissionen pro Kopf

Pro Kopf stossen alleine die  Schweizer laut Bundesamt für Umwelt die 5.8 Tonnen CO2 nur im Inland aus, dieser Wert verdoppelt sich wenn man die Emissionen die im Ausland produziert werden für unseren Konsum hinzuzählt. Um einen nachhaltiges Leben zu führen, dürften wir nicht mehr als 3 Tonnen ausstossen. Dieses Ziel liegt, realistisch gesehen noch in weiter Ferne für eine so konsumfreudige Gesellschaft wie die unsere. Meine Überlegung bezieht sich daher erstmals nur auf das Fliegen, ein Luxus der nicht überlebenswichtig ist und zu einer Art unbedachten Gewohnheit geworden ist. Es könnte gesetzlich ein errechnetes Limit von xy Tonnen im Jahr pro Kopf bestimmt werden, will man dieses erweitern, müssen wie bei den Unternehmen, weitere Emissionsrechte gekauft werden von Menschen die nicht fliegen. Somit würde das nicht ausschliesslich auf einem finanziellen Bestrafungsprinzip basieren wie höhere Besteuerung vom Treibstoff, sondern auch auf einem Belohnungsprinzip für diejenigen, die auf den Flugverkehr verzichten und somit ihre Emissionen verkaufen an Menschen die klimatisch verschwenderisch leben als sie selbst.

Möchte man dann eine Weltreise unternehmen, wird man nicht nur finanziell sparen müssen sondern auch die bei den eigenen Emissionen.

Mein Hintergedanke ist, dass wenn man den Emissionen einen monetären Wert gibt, man verbreitet vorsichtiger damit umgegangen wird. Wenn sich eine Familie sowieso nicht Flugzeugferien leisten kann, dann könnte der Emissionenverkauf für sie eine weitere Einkommensquelle bedeuten. Für sehr engagierte Umweltschützer könnte es eine Möglichkeit sein ihr Emissionsrecht direkt aus der Umwelt zu nehmen indem sie es nicht verkaufen.

Könnte dies eine potentielle Lösung zum immer weiter ansteigenden Flugkonsum sein oder würde sich die Wirtschaft mit den Politikern einschalten und auch weiterhin verlangen, dass Umweltschutz hinter der Wirtschaft in der Prioritätenliste steht? Und wie würde die Bevölkerung auf so eine potentielle Einschränkung reagieren?

One Comment

  1. Raphael 24. Oktober 2018 at 10:24 am - Reply

    Gute Idee, aber das wird leider nur dann funktionieren, wenn es verpflichtendd ist und staatlich überprüft wird. Denn die, die sich z. B: freiwillig an so einer Sache beteiligen sind die, die ohnehin bereits auf ihren CO2-Fussabdruck aufpassen.

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