Umgang mit dem Selbst: Die fünf Niyamas aus dem Yoga

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Umgang mit dem Selbst: Die fünf Niyamas aus dem Yoga

2017-09-22T16:51:51+00:00 September 22nd, 2017|Yoga|

Wie in diesem Artikel schon beschrieben, ist Yoga weit mehr als nur Körperübungen, welche einem beweglich und fit machen. Yoga lehrt beispielsweise auch, wie man mit sich selbst und anderen liebevoll umgehen kann. Diese zwei theoretischen Ratgeber heissen auf Sanskrit Niyamas und Yamas.

Die Niyamas zeigen, wie man den Umgang mit sich selbst, mit dem Ego und mit dem höheren Selbst gestalten kann, während die Yamas helfen, den bestmöglichen Umgang mit anderen zu pflegen.
Hier die fünf Niyamas und wie wir sie in unseren Alltag integrieren können.

Reinheit (Shauca)
Wer kennt es nicht: Mit den Gedanken an einem Ort, währenddessen automatisch handeln und über noch was ganz anderes sprechen. Viele Menschen kreieren so Unstimmigkeiten in sich, da das, was sie denken nicht mit ihrem Handeln und Sprechen übereinstimmt. Reinheit meint also mit sich selbst im Reinen zu sein. Das kann auch die Nahrung und Umgebung betreffen.
Bevor du das nächste Mal schlecht über jemanden sprichst, kannst du dir stattdessen überlegen, was dein Ego an dieser Person auszusetzen hat. Denn diejenigen, die uns am meisten nerven, sind unsere grössten Lehrer…

Zufriedenheit (Santosha)
Es ist leicht, immer etwas zu finden, was noch besser sein könnte. Das ist auch nicht verkehrt, denn so können wir neue Ziele formulieren und uns weiterentwickeln. Dabei geht aber schnell vergessen, für wie vieles wir dankbar sein dürfen. Dankbar sein, dass wir ein warmes, gemütliches Bett haben, plus ein Dach und eine Heizung im Winter. Dankbar, dass wir Essen in riesigen Mengen und zu günstigen Preisen zur Verfügung haben. Dankbar, für das Wissen, das über das Internet frei zugänglich ist. Dankbar für Menschen, die uns inspirieren, uns helfen und Dinge mit uns teilen. Dankbar für den warmen Sonnenschein. Dankbar für so vieles, dass wir haben und als selbstverständlich betrachten. Zufriedenheit erinnert uns, damit zufrieden zu sein, was wir schon haben.
Ich mache jeden Abend ein Ritual bevor ich zu Bett gehe. Ich überlege mir mindestens 3 Dinge, für die ich dankbar war und die mir gefallen. Zum Schluss überlege ich mir noch drei Dinge, auf die ich mich freue am nächsten Tag. So schlafe ich mit positiven Gedanken ein.

Askese (Tapas)
Askese bedeutet nicht nur alleine im Wald ohne Essen zu meditieren, sondern meint auch das Fernbleiben von Dingen, die uns nicht gut tun. Eine gewisse Disziplin von Körper und Geist zu haben, lernen wir beispielsweise bei der Meditation. Durch das Studium des Selbst merken wir vielleicht auch, dass gewisses Essen, gewisse Menschen oder gewisse Gegenstände (auch z.B. ein Fernseher) uns nicht gut tut. Es ist okay, sich nach dieser Realisation von dem fernzuhalten, um unsere Energie positiv zu halten. Man kann sich liebevoll und mit Verständnis von jenem verabschieden und sich dem Positiven widmen.

Studium des Selbst (Svadhyaya)
Dieser Punkt beinhaltet philosophische Fragen wie: Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens? Oder auch: Was ist meine Berufung? Fragen, auf welche wir nur tief in uns eine Antwort finden können.
Wer Yoga praktiziert, kennt die Übung, wo man in der Shavasana, der Entspannungshaltung auf den Atem konzentriert und die eigenen Gedanken beobachtet. Doch, wer beobachtet denn, wenn nicht die Gedanken?
Studium des Selbst umfasst auch das Reflektieren des eigenen Handelns und Denkens. Zu merken, wo das Ego seine Finger im Spiel hat und sich selbst ins Reine zu bringen. Dazu können auch Bücher, Gespräche und andere Weisheitsquellen zur Hilfe genommen werden.

Hingabe an höhere Macht (Ishvara-pranidhana)
Yoga ist keine Religion. Die Hingabe an eine höhere Macht oder das Vertrauen an eine solche meint, das nicht die komplette Welt nur auf unseren eigenen Schultern lastet. Wir alle sind eins, tragen diese höhere Energie, die bedingungslose Liebe, Gott, Allah, oder wie man sie auch nennen mag, in uns. Wer ausserhalb nach Liebe sucht, wird sie nie finden. Das Vertrauen an eine höhere Macht erleichtert uns das Leben, weil wir um Hilfe bitten können. Wir können uns mit unserem höheren Selbst verbinden und so Wunder schaffen.

Nimm dir also Zeit mit dir selbst, um dich selbst kennenzulernen, dich selbst zu lieben und Yoga zu praktizieren. Schliesslich bist du der einzige Mensch, mit dem du es dein ganzes Leben lang aushalten musst…Ein respektvoller, liebevoller und bewusster Umgang mit sich selbst ist die Voraussetzung dies auch mit anderen Menschen zu tun. Also: Be the change you want to see in the world… Namaste

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