Damit nicht alle die gleichen Baufehler machen müssen wie wir, teilen wir hier mal ein paar der Dinge, die wir anders machen würden, wenn wir nochmals von vorne anfangen würden mit unserem Tiny House.

Trailer

Obwohl wir einiges recherchiert haben, ist uns nicht die Idee gekommen, einen Tieflader-Lastwagen Anhänger zu bestellen und unser Haus einfach auf ein entsprechendes Metallgerüst zu bauen – mit unlimitiertem Gewicht (oder zumindest mehr als 3.5 Tonnen).

Im Nachhinein würden wir uns vielleicht eher für diese Lösung als einen Vlemmix-Trailer entscheiden. Nicht weil wir damit nicht zufrieden wären, der Anhänger ist top, aber die 3.5 Tonnen sind eine echte Herausforderung.

Zudem würden wir den Anhänger gleich zur Erstanmeldung bringen, und zwar bevor das Haus draufgebaut wird … das haben wir leider verpasst.

Querstreben

Im Nachhinein würden wir wohl ein Windrispband aus Metall besorgen, was viel leichter ist und trotzdem eine aussteifende Wirkung hat. Das macht vorallem das Dämmen um einiges einfacher…

Fassade

Keilspundfassade sieht zwar super aus… (und das war auch einer der Gründe, warum wir uns dafür entschieden hatten), aber alles, was man daran anbringen will, hängt schief oder ist mühsam zu installieren.

Als Beispiel nehme ich die Fensterleisten: Felix hatte mehr als ein Wochenende gebraucht, bis wir sie dran hatten. Dann war zu kalt zum silikonisieren, nun sind sie grau und wir dürfen nochmal von vorne anfangen. Zudem braucht es viel mehr Silikon, weil wir ja die „Dreiecke“, wo das einzelne Keilspundbrett dünner wird, mit Silikon vollpampen.

Weitere Schwierigkeiten ist es eine Aussenlampe und den Lichtschalter gerade anzubringen. Ist jetzt halt auch so schief wie die Fassade.

Sperrholzplatten

Da ich gerade mehrere Bücher von Erwin Thoma verschlungen habe, würde ich mir keine „verleimten Platten“, wo das Holz nicht mehr frei „atmen und leben“ kann, kaufen. Ich würde eher Täfer, also Massivholzbretter in der dünnsten Dünne, die man bekommen kann, an die Wände schrauben.

Die Sperrholzplatten haben allerdings den Vorteil, dass sie eine ruhige Wand, wenig Gewicht, wenig Platz in der Tiefe und eine aussteifende Wirkung haben. Aber eben, viel Leim steckt trotzdem drinn. Und wie gesund der ist, bleibt fraglich.

Zudem hätte ich für einige Konstruktionselemente auch Mondholz besorgt, ebenso für den Boden.

Boden

Obwohl wir unseren Tannenboden lieben, würde ich, falls wir mehr als 3.5 Tonnen zur Verfügung hätten, ein härteres Holz aussuchen. Denn kann sogar mit dem Fingernagel können Spuren im Tannenholz hinterlassen werden.

Spachteln

Ein kleines Detail, trotzdem wichtig zu beachten. Felix hatte im Baumarkt einen Holzspachtel besorgt, den ich dann auf unsere Schraubenlöcher gespachtelt hatte. Auch nach mehreren Überstrichen mit dem Auro Lack, sieht man den Spachtel aber noch – es lohnt sich also ein besseres Produkt anzuschaffen. Auf der anderen Wandseite hatten wir dann den Aurospachtel, der super aussieht und auch viel besser aufzutragen war.

Vollholz statt Dämmung

Erwin Thoma und andere schlaue Zimmerer arbeiten mit Vollholzwänden anstatt mit verschiedenen Lagen von Folien, Dämmung und Holz. Der Vorteil hierbei, ist, dass einem das Haus fast nicht wegschimmeln kann, man nicht mit mühsamen Folien und Klebebänder zu kämpfen hat, bei einem Rückbau nur Holz übrig bleibt, was entweder für ein nächstes Projekt verwendet werden kann, oder als Heizmaterial dienen. Vor allem aus ökologischer Sicht fänd ich’s toll ein Haus ganz ohne Plastik zu haben 🙂

Dusche 

Ähnlich wie der obere Punkt, hängt auch dieser mit nerviger Klebearbeit zusammen. Wir hatten uns mal wieder des Gewichtes für eine weisse PE-Folie entschieden. Die kann einfach recycelt werden, aber kostet einige Nerven, bis man die in einer U-Form hingeklebt hat, so als Nicht-Profi. Beschichteter Edelstahl, Kacheln, Tadelack – es gibt Optionen, welche allerdings wieder schwerer wären.

 

Also, wer immer es liest, lernt aus unseren Erfahrungen und macht’s besser 🙂