Das Problem von Fast und Billigfashion

Umweltverschmutzung

Die Textilindustrie ist einer der grössten industriellen Verschmutzer von Grundwasser, da beim Behandeln und Färben der Textilien zwischen 20‘000 und 40‘000 Chemikalien eingesetzt werden. Diese sind mit Krebs, Erbgutveränderung und Fortpflanzungsproblemen in Zusammenhang gebracht worden. Kein Wunder, dass Arbeiterinnen und Anwohner davon betroffen sind. Ich habe absichtlich ArbeiterINNEN geschrieben, da sie 70% der Arbeitskräfte ausmachen. Gerade bei synthetischen Stoffen ist das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, sowie eine Fehlgeburt zu haben, erhöht. Und weil diese Stoffe oft ins Wasser geleitet werden, verteilen sich die Stoffe Flussabwärts, wo sie das Wasser der Bevölkerung verschmutzen.

Arbeitsbedingungen

Von einem 29 Euro T-Shirt, sieht die Näherin gerade mal 18 cent – also 0.6 Prozent. Der Handel sahnt aber laut Fairwairfoundation knappe 60 % ein.

In einer Doku von drei norwegischen Bloggern, welche nach Kambodscha reisen und sich die Situation vor Ort ansehen, wird klar ersichtlich: 3 Euro pro Tag sind nicht genug – und dass in einer Firma die immerhin für 3 Ausländer mit Kamerateam ihre Türen geöffnet haben. Überstunden, schlechte sanitäre Einrichtungen, schlechte Löhne und Arbeitswegtransporte, die an unser Viehtransport erinnert sind nur einige Dinge, warum es höchste Zeit ist, faire Mode zu produzieren und zu konsumieren.

Doch nicht nur die Näherinnen, sondern auch die Baumwollbauer und andere Arbeiter entlang der Produktionskette leiden unter den tiefen Preisen und Einflüssen von Grossunternehmen. Immer wieder kursieren Bilder von Baumwollbauern, die ihre Felder ohne irgendeinen Schutz mit Pestiziden spritzen. Sie setzen ihre Gesundheit auf’s Spiel, damit sie 5 Cent pro Kilo für ihre Baumwolle bekommen. Oft sind sie verschuldet, da Grosskonzerne ihnen teures, genmanipuliertes Saatgut verkaufen, mit dem Versprechen, dass sie ihre Umsätze steigern können. Dazu müssen sie aber auch teure Pestizide kaufen, können das Saatgut nicht selber vermehren und steigern sich so oft in einen Teufelskreis, der aus Aussichtslosigkeit und Armut nicht selten im Selbstmord endet.

Materialien

Auch die Materialien, woraus die billigen T-Shirts hergestellt werden, sind oftmals problematisch. Laut Plastikatlas waren 2017 circa 70% aller weltweit fabrizierten Fasern synthetische Chemiefasern – sprich ursprünglich aus Erdöl gewonnen. 2017 wurden so über 53 Millionen Tonnen auf den Markt gebracht. Da die Fasern beim Waschen und auch nach der „Nutzung“ nicht biologisch abbaubar sind, entsteht sehr viel Müll.

Doch auch T-Shirts aus dem beliebten Naturmaterial Baumwolle haben keine gute Klimabilanz. So wird pro Kilo Baumwolle über 22‘000 Liter Wasser benötigt. Für die gleiche Menge an Viskose, braucht es lediglich 250 Liter. Dazu kommen diverse Chemikalien, die das 2-4-fache Gewicht des T-shirts ausmachen. Hier schneidet aber Viskose wieder schlechter ab.

Müll

Als Zero Wastlerin kann ich natürlich nicht anders, auch die Problematik der Entsorgung der vielen Klamotten zu erwähnen.

Jede und jeder Deutsche verbraucht pro Jahr durchschnittlich rund 11 Kilogramm Bekleidungstextilien. Kein Wunder, wenn es bis zu 24 Kollektionen im Jahr gibt. Wenn alle 2 Wochen neue Klamotten im Laden für sehr wenig Geld verfügbar sind, ist es nicht verwunderlich, dass wir in Deutschland trotzdem nur 430 Euro ausgeben, was ungefähr 5 % der monatlichen Konsumausgaben entspricht.

 

Wie es anders gehen kann:  Fairfashion aus Bio-Materialien

Da die Probleme der Fastfashion schon länger bekannt sind, gibt es natürlich auch schon einige Lösungsansätze. Das einfachste ist natürlich, second hand einzukaufen (s.u.). Doch damit gar nicht erst Menschen leiden müssen, damit wir eine schöne Hose tragen können, gibt es vermehrt Unternehmen, die sich für faire und gesunde Mode einsetzen. Auch wenn 18 cent pro T-shirt nach sehr wenig klingt, ist es besser, als das, was eine Näherin am 5 Euro T-Shirst verdienen würde. Die Zahlen variieren natürlich von Hersteller zu Hersteller und sind oft nicht klar ersichtlich.

Anhand von Spirit of Om möchte ich aufzeigen, wie sich Textilunternehmen ganzheitlich nachhaltig engagieren können.

Longlifefashion von Spirit of Om

Spirit of Om ist im Allgäu zuhause, wo Design, Entwicklung, sowie Verkauf und Versand stattfinden. Die Produktion ist in der Ägäis angesiedelt. Dort stammt auch die handgepflückte Bio-Baumwolle her. Laut Hersteller müssen die Bäume da nur zu 30 % künstlich bewässert werden, der Rest erledigt der Regen. Ein weiteres Plus: Die Baumwolle wird in Mischkultur angebaut, was den Bauern ein zusätzliches Einkommen und den Bäumen einen Schutz bietet.

Mikrofeine Edelsteine, welche in die Textilien eingeprägt werden, können harmonisierend wirken. Spirit of Om verarbeitet hauptsächlich Rosenquarz, welcher schon Jahrtausende als Schmuckstein genutzt wird und für selbstlose Liebe und Freundschaft steht. Dadurch geben sie den Kleidungsstücken auch wieder etwas wertvolles, etwas spezielles, etwas, was dafür sorgen soll, dass wir unsere Klamotten nicht ständig durch weitere billige Teile ersetzen.

Ökologie ist dem Unternehmen wichtig, sei es beim Anbau der Naturmaterialien, welche ohne Herbizide und Pestizide auskommen, oder beim Färben auf Wasserbasis, was ohne Chrom, Schwermetalle und Formaldehyde geschieht. Da die Baumwolle in Europa wächst, sind auch die Transportwege dementsprechend kürzer.

Das ist nicht nur für unsere eigene Haut gesünder, sondern auch für die Bauern, die somit keine giftigen Stoffe ausbringen müssen. Denn auch das Wohlergehen der eigenen Mitarbeiter ist dem Unternehmen natürlich wichtig. In der Produktionsstätte in der Türkei gibt es sogar einen Garten für die Mitarbeiter. Luftfilteranlagen, effiziente, energiesparende Maschinen und Fenster sorgen für ein angenehmes Klima.

Während in der Fastfasion Industrie  bis zu 24 verschiedene Kollektionen im Jahr erscheinen, welche dann nur 2 Wochen im Schaufenster stehen, setzt Spirit of Om auf Langlebigkeit. Wenn ein neues Kleidungsstück ins Sortiment aufgenommen wird, ist dieses mindestens 2 Jahre, oft aber auch viel länger, erhältlich. Dies setzt die Kunden nicht so unter Druck, dass sie sofort alles kaufen müssen. Zudem achten sie darauf, dass ihre Klamotten gut kombinierbar sind. Dies fasst Spirit of Om unter dem Begriff Longlife Fashion zusammen. Dazu gehört auch, dass die Klamotten eine möglichst lange Lebensdauer haben sollen.

Ich habe eine Leggings und ein Top von Spirit of Om getestet: Es fühlt sich unglaublich weich an, sieht toll aus und eignet sich wunderbar für Yoga, sportliche Aktivitäten oder gemütliches Sein.

Second Hand

Sehr ressourcenschonend und günstig kommt man, wenn man second hand Klamotten kauft. Es gibt ganz viele tolle Secondhand Kleiderläden, bei welchen im Falle eines Kaufes nicht einmal eine Verpackung und Transportemissionen entstehen. Übrigens nehmen die Läden sehr oft auch gebrauchte Kleidung und verkaufen sie wieder.

Ich habe euch mal dazu noch eine Liste mit Online-„Flohmärkte“ zusammengestellt:

 

Minimalist / Capsule Wardrobe – wie viele Kleider brauchst du wirklich?

Felix und ich sind gerade am Fertigbauen unseres Tiny Houses. Wir haben darin zusammen einen 30cm breiten Kleiderschrank, wo T-Shirt, Hosen, Röcke und Pullis verstaut werden. Das ist im Vergleich zu einer Capsule Wardrobe immer noch viel mehr.

Egal welche Methode du zum Ausmisten benutzt, es ist wunderbar befreiend, Kleider wezugeben, die einen nicht glücklich machen, die man eh nicht mehr trägt oder die einem viel zu klein/gross sind.

Denn, wie viele Klamotten brauchst du wirklich? Im Konzept Capsule Wardrobe stellst du dir aus wenigen Stücken eine gut kombinierbare Garderobe, die perfekt zu dir passt.

Wie kleidest du dich nachhaltig? 🙂