Wie beim Essen, steht auch auf den meisten Klamotten ein Zettel mit “Inhaltsangabe”. Doch wie viele von uns (mich eingeschlossen, bevor ich für diesen Artikel recherchiert habe) wissen denn, was genau Modal, Lyocell, Aramid oder all die anderen Begriffe bedeuten?

Grundsätzlich gibt es synthetische Fasern (auf Erdöl basierend), Zellulosische Fasern (im chemischen Verfahren aus Holz hergestellt), pflanzliche und tierische Fasern, die direkt aus Naturmaterialien gewonnen werden.

In der folgenden Übersicht findest du die einzelnen Materialien und die Vor- und Nachteile ihrer Eigenschaften.

Synthetische Fasern

  • Polyester (Trevira, Diolen, Polartec, Polarguard, Thermolite)
  • Polyacryl (Orlon, Dralon, Dolan)
  • Polyamid (Nylon, Perlon, Antron, Tactel, Grilon oder Dederon
  • Acryl
  • Elastan (Spandex, Lycra, Dorlastan)
  • Aramid
  • Polyethylen
  • Polypropylen
  • Acetat (halbsynthetisch, auch Kunstseide genannt)

Nachteile: Einer der Hauptverursacher für Mikroplastik, nicht biologisch abbaubar, schlecht recycelbar, besteht aus Erdöl, können negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Arbeiter und Käufer haben

Vorteile: günstig, oft schnell trocknend, elastisch, teilweise aus recyceltem PET hergestellt und somit wenigstens ein Upcycling-Produkt.

Tipp: Deine schon gekauften synthetischen Klamotten kannst du im Guppyfriend-Beutel waschen. Dieser verhindert, dass die abgebrochenen Mikrofasern ins Wasser gelangen.

Zellulosische Fasern

  • Viskose
  • Modal (Buchenholz)
  • Cupro
  • Lyocell (Tencel)

Nachteile: Es werden sehr viele Chemikalien benötigt in der Herstellung,

Vorteile: können schneller biologisch abgebaut werden als synthetische Fasern, nachwachsende Ressource (Holz, Bambus), weniger Wasser und Energie als bei der Baumwollproduktion, je nach Holz auch lokal möglich

Pflanzenfasern

  • Baumwolle
  • Leinen (Flachs)
  • Hanf
  • Jute
  • Nesselstoff (Brennessel)

Nachteile: Baumwolle ist sehr wasser- und energieintensiv im Anbau, weniger elastisch, wenn nicht biologisch und in Mischkultur angebaut, werden sehr viele Pestizide, Herbizide, Fungizide etc. eingesetzt, die für Mensch und Umwelt ein grosses Problem darstellen. Baumwollbauern werden in der Regel sehr schlecht bezahlt.

Vorteile: Biologisch abbaubar, nachwachsende Ressourcen, je nach Pflanze auch lokal anbaubar, angenehmes Tragegefühl, langlebig.

Tierische Fasern

  • Wolle (Alpaka, Angora, Kaschmir, Mohair)
  • Schurwolle
  • Seide (vom Tussah-Falter, Maulbeerspinners oder Edle Steckmuschel)
  • Leder (keine Faser, aber tierische Haut)

Nachteile: Oft mit tierischem Leid verbunden (für Seide werden die Raupen getötet, Käfighaltung,…), um die Tiere zu halten, werden Ressourcen benötigt (Futter, Wasser und mehr Land)

Vorteile: Biologisch abbaubar, wärmend (Wolle), glänzend (Seide), angenehm zu tragen

Fazit

Einmal mehr zeigt sich, dass Plastik zwar oft praktisch, aber langfristig keine Lösung darstellt. Doch auch Naturfasern sind nicht immer die umweltfreundlichste Variante. Hier ist vor allem auf den Anbau und das Färben zu achten: Biologisch angebaut und mit zertifizierten Farben im optimierten Druckverfahren gefärbt schont die Umwelt und die Gesundheit aller Beteiligten. Zudem sind lokale oder zumindest regenreiche Anbauorte ebenfalls umweltfreundlicher.

Damit die Materialien dehnbar und langlebig ist, werden sie oft gemischt. Hier präferiere ich ganz klar zellulosische Fasern vor synthetischen.

Am allermeisten erreichen wir aber damit, nicht jedes Wochenende in ein Shopping-Center zu rennen und T-Shirts zukaufen, die billiger sind als der Kaffee.