Neujahrsvorsätze? Ein Ritual für das neue Jahr

///Neujahrsvorsätze? Ein Ritual für das neue Jahr

Neujahrsvorsätze? Ein Ritual für das neue Jahr

2018-01-22T16:10:14+00:00Dezember 29th, 2017|Rituale, Spirituell|

Silvesterabend ist bald da, das alte Jahr dauert nicht mehr lange – es wird Zeit zum Verabschieden und neu anfangen. Anstatt Neujahrsvorsätze aufzustellen, die man dann doch nicht einhält, findest du hier Rituale, um die alten Laster loszuwerden und das neue Jahr voller Positivität zu starten.

Die meisten Neujahrsvorsätze drehen sich um Gesundheit (gesündere Ernährung, mehr Sport), Zeit (Entspannen und Familytime) oder darum, alte Laster wie Rauchen loszuwerden. Umgesetzt werden allerdings wenige davon. Auch ich kenne das: Vor 2 Jahren nahm ich mir vor, jeden Tag Yoga zu machen… und bin weit davon entfernt gelandet. Daraus habe ich gelernt, hier meine Rituale, um das alte Jahr abzuschliessen und das neue mit positiven Ritualen zu starten.

Ritual, um das alte Jahr zu verabschieden
Der 31. Dezember eignet sich hervorragend, um das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, am besten, bevor Alkohol mit ins Spiel kommt. Ich setzt mich morgens mit Stift und Papier ganz für mich allein hin und lasse all die schönen, die schmerzhaften, die komischen und traurigen Momente nochmals durch mein inneres Kino düsen. Oft finden sogar tiefe Erkenntnisse statt, wenn man die Zeitspanne mal zusammenhängend und nicht Moment für Moment erfasst. Plötzlich machen Break-Ups, Unfälle oder andere „Schicksalsschläge“ Sinn. Denn aus dieser Perspektive realisiere ich jeweils, das alles genau so ist, wie es sein muss. Das alles schreibe ich auf.

Wenn ich das Jahr zusammengefasst habe, überlege ich mir, die Dinge, die ich in diesem Jahr lassen und nicht mit ins neue Jahr nehmen möchte.

Dieses Jahr sind das bestimmt die Opferrollen, die ich öfters eingenommen habe, die Unsicherheit und Abhängigkeit. Ich schreibe mir diese Begriffe oder Situationen auf ein neues Blatt und verbrenne sie im Silvesterfeuer am Abend oder zuvor in einer Tonschale draussen.

Das Feuer hat transformierende Kräfte, es zerstört Altes, sodass es Platz für Neues gibt. Nicht umsonst symbolisiert der Phönix, der selbst in Flammen aufgeht, dann wieder aus der eigenen Asche steigt, das ewige Leben. Lasse in diesem Moment bewusst los, verabschiede dich von all der Negativität und atme tief ein und aus.

Neues Jahr – Neues Glück
Das neue Jahr ist erst gerade geboren und wartet darauf, mit tollen Erinnerungen und Erlebnissen gefüllt zu werden – es kann es nicht erwarten gelebt zu werden.

Ich setze mich dann (entweder noch an Silvester oder Neujahr) nochmals an einen ruhigen Ort und überlege mir, welche Eigenschaften ich gerne besitzen würde. In meinem Fall gehören ganz sicherlich Vertrauen, Eigenverantwortung und Unabhängigkeit. Diese können als Affirmationen (zbsp: Ich handle eigenverantwortlich, ich vertraue dem Fluss des Lebens, etc.) oder als Stichworte formuliert werden.

Übung: Sich ins Glück versetzen
Um den positiven Effekt zu verstärken, stelle ich mir dann vor, wie ich mich fühle, wenn ich beispielsweise eigenverantwortlich bin. Das geht am einfachsten, in dem ich mich an eine Situation erinnert, in der ich eigenverantwortlich war und mich wieder in sie hineinfühle. Wie fühlt sich der Körper an? Wie ist die Körperhaltung? Was strahlt man aus und was fühlt man? Wie sieht man aus, was riecht, hört und schmeckt man? Diese Übung aus dem NLP kann zu jedem Begriff widerholt werden. Dadurch wird die Visualisierung des gewünschten Verhaltens verstärkt.

Die Liste kann optional noch schön verziert und aufgehängt, im Portemonnaie versteckt mitgetragen oder sonst wie aufbewahrt werden. Wann immer auch die alten Muster sich versuchen einzuschleichen, kann man sich erinnern, die Liste hervorholen und die oben genannte Übung durchführen.

Neujahrsrituale ohne Schuldtrip
Ich mag eigentlich Neujahrsvorsätze nicht besonders. Erst nimmt man sich etwas vor, hält eine kurze Zeit durch und fühlt sich danach schlecht, dass man sich doch nicht daran hält. Das ist doch Selbstsabotage…

Warum nicht ein Ritual daraus machen? Wir verhalten uns in gewisser Weise, weil wir es uns gewohnt sind. Doch mit positiven Ritualen können wir uns „umprogrammieren“.

Ich möchte das nächste Jahr mehr Selbstliebe und Akzeptanz praktizieren. Ja, klar fände ich es auch toll, wenn ich mehr Sport treiben würde. Das kann ich ja auch tun. Aber wenn ich es nicht tue, dann bin ich trotzdem genau so gut wie ich bin. Wir sind alle menschlich. Auch das nicht einhalten von Vorsätzen ist menschlich. Dafür müssen wir uns nicht bestrafen. Sondern lieben. Denn gerade dann, wenn wir uns selbst ent-täuscht haben, brauchen wir Akzeptanz und Selbstliebe.

Damit die vorgenommenen Veränderungen leichter umgesetzt werden können, folgen hier noch ein paar Tipps:

Tipps für die Einhaltung der Neujahrsrituale
Neujahrsvorsätze sind leicht gefasst. Gerade wer damit bis zur letzten Sekunde wartet und zu feuchtfröhlichen Stunde während des Feierns einen Entschluss fasst, dem wird die Umsetzung nicht gerade leicht fallen. Die Vorsätze gehen fast immer auf ein Verhalten zurück, das wir uns selbst abgewöhnen wollen. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan.

Ein kleiner Einblick in die Psychologie

Bewusst werden ist immer der erste Schritt. Um uns erfolgreich ändern zu können, hilft es uns, zu wissen, wie eine Veränderung eigentlich überhaupt funktioniert. Das haben sich wohl auch DiClemente und Prochaska gedacht: Die beiden haben das sogenannte Transtheoretische Modell (TTM) entwickelt und die Stufen der Verhaltensänderung analysiert.

Die 5 Stages of Change umfassen folgendes:

1. Absichtslosigkeit
Bevor eine Veränderung stattfindet, hat man meist gar keine Lust dazu, auch wenn man weiss, dass bspw. Rauchen gesundheitsschädlich ist.

2. Absichtsbildung
Wer sich vertiefter mit gewissen Themen befasst, wird sich einiges bewusst – auch über das eigene Verhalten. Der Silvesterabend ist da, man ist motiviert durch die Freunde, die sich so viele tolle Dinge vornehmen. Weniger Alkohol, mehr Sport, mehr Zeit mit der Familie sind beispielsweise beliebte Vorsätze.

3. Vorbereitung
Wer sich ernsthaft verändern will, der überlegt sich nun, was dazu gebraucht wird. Ein Plan entsteht und wird ausprobiert.

4. Handlung
Zeit für Action! Nun wird das neue Verhalten in die Tat umgesetzt. Rückschläge sind übrigens normal. Sie gehören dazu – man kann sie auch als kleine Überprüfer anschauen und sich fragen, ob das neue Verhalten noch angepasst werden soll oder ob es das Richtige ist.

5. Aufrechterhaltung
Das gewünschte Verhalten wird planmässig ausgeführt und das schon mindestens sechs Monate lang stabil.

6. Stabilisierung
Im letzten Stadium verschwinden auch die letzten Versuchungen, ins alte Verhalten abzurutschen. Das neue Verhalten wird „normal“.
(Dieser letzte Punkt wurde erst später von anderen Forschern hinzugefügt.)

Der Weg zur nachhaltigen Veränderung – in Anwendung
Die fünf Stufen der Veränderung geben uns gleichzeitig Tipps, wie wir unser Verhalten erfolgreich ändern können.

1. Eigenmotivation vs. Antrieb von aussen
Wer den Silvestervorsatz für den Partner tut, für die Familie oder eine andere, von aussen betriebene Motivation, wird wahrscheinlich nicht einmal zum Punkt zwei kommen. Wer nicht bereit ist, die Gewohnheit aufzugeben, der ist vielleicht einfach nicht bereit dazu. Falls du etwas ändern möchtest, suche dir also etwas aus, was dir persönlich am Herzen liegt.

2. Ein realistisches Ziel mit Plan
Der erste Gedanke ist da, ein positives Ritual kann geformt werden. Vom Hardcore Fleischesser zum Hardcore Veganer über Nacht ist vielleicht etwas viel verlangt, deshalb: Schritt für Schritt! Nimm dir realistische Ziele vor, die du Stück für Stück realisieren kannst. Du musst ja nicht bis zum nächsten Silvester warten, um weiter zu träumen und Ziele umzusetzen…
Ein Vorsatz heisst ja eigentlich nichts mehr als etwas, was man sich selbst vorsetzt. Allerdings sollte es nicht vor einem bleiben – deswegen mach lieber ein Ritual draus. Etwas, dass dir Spass macht, denn alles andere wird dich nicht weiterbringen. Wann möchtest du an deinem Ziel arbeiten und wie oft? Plane es in deinen Kalender oder setze einen Timer auf dem Smartphone.

3. Action und Fallstricke
Manchmal verliert man sich leicht im Planen. Man malt sich aus, welch tollen Workoutplans man folgen könnte, was man alles gesundes kochen könnte… anstatt die Sportklamotten anzuziehen und frisches Gemüse und Obst zu verwerten. Zeit, zu handeln, denn reden kann jeder 😉
Hilf dir selbst, indem du deine Fallstricke entfernst. Und falls dich doch mal einer erwischt – denk dran, es ist normal kleine Rückfälle zu haben. Akzeptiere sie und mach weiter. Wenn du dir selbst jetzt Vorwürfe hältst, schadet dir das nur…

4. Gemeinsam statt einsam
Falls du andere Menschen kennst, die die gleichen Ziele haben wie du, verbinde dich mit ihnen. Es ist viel einfacher, die neuen Gewohnheiten beizubehalten, wenn du weisst, dass andere genau dasselbe tun. Falls du niemanden in der Nähe kennst, gibt’s auch schon etliche Gruppen auf Facebook oder anderen Webseiten…

5. Belohnung & Visualisierung
Ja, du darfst dich auch belohnen, stolz sein und dich daran erfreuen, dass du deinen Zielen näher kommst. Du kannst Ziele abhacken, dir Zeit nehmen zum Reflektieren und zum Weiterträumen.
Denn, das Leben ist stetige Veränderung. Stell dir dein Traumleben vor und du wirst es auch erreichen…

In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr – möge es für uns alle ein bereicherndes sein.

Leave A Comment