Die Adventszeit und Rauhnächte haben mich dieses Jahr wieder einiges gelehrt: Licht, Liebe und Vertrauen tragen wir genauso in uns, wie die Dunkelheit – es ist unsere Entscheidung, welche Seite wir pflegen und stärken.

Licht in der Dunkelheit

Die Tage der Adventszeit waren kurz, die Dunkelheit war lange. Oft ist es die Zeit, in der sich viele einsam fühlen. Die Zeit der anonymen Telefonanrufen und der unheimlichen Gestalten in der Nacht.

Gleichzeitig ist es die Zeit, in denen sich Menschen vermehrt treffen, zwar vielleicht etwas gehetzt von einem Weihnachtsmarkt und von einem Weihnachtsessen zum nächsten, doch nichts desto trotz ist es eine Zeit des Zusammenkommens, des gemeinsamen Feierns.

In gerade dieser Zeit gibt es vermehrt Licht in verschiedenen Formen. Lichterketten, Kerzen, Sterne, es ist nie wirklich dunkel.

Genauso, wie es eine Entscheidung ist, eine Kerze anzuzünden, um mehr Licht zu haben, ein Feuer zu entfachen, um Wärme zu bekommen, ist es unsere Entscheidung, unser eigenes Licht zu pflegen und  leuchten zu lassen.

Von negativen Neuigkeiten, was alles gerade passiert auf Erden, gibt es genügend. Und wer sich diese allzu oft anhört, kann schnell in ein Gefühl der Ohnmacht gelangen. Angst ist kein Freund des Lichtes, sondern der Dunkelheit.

Wie entscheide ich mich für Licht?

Anstatt loszulassen, habe ich oft schon gezweifelt, war im Mangeldenken und auf der Suche nach einer einfachen Lösung. Sobald Ablenkung auftauchte, nahm ich diese freudig entgegen. Gewirkt hat das nur kurz, bevor ich wieder in der Angst landete.

Als ich dann manchmal auch mein Vertrauen verloren hatte, welches ich auf meiner Reise so selbstversändlich in mir getragen habe, habe ich mich mal hingesetzt und darüber nachgedacht, wie man denn ins Vertrauen kommt.

Immer wieder erinnerte ich mich zurück an den Moment wo ich mit nichts als meinem Rucksack durch die Welt gereist bin. Manchmal fand ich mich auf dem Rücksitz eines Taxi-Motorrads. Ich konnte mich kaum festhalten, wurde durch den Rucksack nach hinten gezogen, hatte keinen Helm auf und war mitten in asiatischem, chaotischen Morgenverkehr.

In diesen Momenten hatte ich Angst. Doch wenn ich Angst spürte, liess ich einfach los. Ich entschied mich, zu Vertrauen. Loslassen, Mitfliessen. Kein einziges Mal auf meiner ganzen Reise kam ich in eine brenzlige Situation. Ich war sicher. Und ich vertraute, dass ich sicher war.

Und da hat es klick gemacht. Es geht nicht darum, dass wir etwas wissen, was rational erklärbar ist, und wir dem dann vertrauen. Dann wissen wir es ja schon. Nein, es geht darum, sich etwas zu „trauen“, also aus der Angst heraus zu kommen. Vertrauen ist eine Entscheidung!

Und so ist es auch mit der Liebe und dem Licht. Wir haben immer eine Wahl. Wir können uns immer der Liebe und dem Licht zuwenden. Es ist unsere Entscheidung. Sie sind immer da. Wir brauchen uns bloss für sie zu entscheiden, eine Kerze anzünden, in uns hineinspüren, oder durch eine Lieblingsbeschäftigung in die Mitte zu gelangen.

Kurz darauf habe ich mal wieder Harry Potter geschaut. Und was sagt da Sirius zu Harry? Ein Zitat, dass nicht besser passen könnte: „Ausserdem teilt sich die Welt nicht in gute Menschen und Todesser, wir haben alle sowohl eine helle als auch eine dunkle Seite in uns. Es kommt darauf an, welche Seite wir für unser Handeln aussuchen. Das macht uns wirklich aus.“ (Harry Potter und der Orden des Phoenix)

Die Weisheiten verstecken sich überall. Meistens lerne ich sie aber erst, wenn ich sie nicht nur ver-stehe, sondern er-lebe.

Wintersonnenwende und die Rückkehr des Lichtes

Wir feiern die Rückkehr des Lichtes. Seit dem 22. Dezember werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger. Diese Wintersonnenwende steht für mich symbolisch auch dafür, dass es immer wieder den Zeitpunkt geben kann, an dem wieder mehr Licht in unser Leben kommt. Dunkle Zeiten sind in der Dualität da, aber wir entscheiden, ob wir uns nicht doch dem Licht und der Liebe zuwenden wollen. Und diese Entscheidung kann nur jede und jeder für sich selbst übernehmen.

Ich realisierte, dass ich in dieser Hinsicht genauso zu den Leuten gehörte, die ich zu ermutigen versuchte, dass jeder von uns eine Veränderung herbeiführen kann. Egal wie gross sie ist. Um eine friedvollere, liebevollere und nachhaltigere Welt zu erschaffen, braucht es nicht nur jemanden an der Spitze. Es braucht die Menschen, jeden einzelnen. Denn ein friedvolleres, liebevolleres und nachhaltigeres Leben zu führen, ist ebenfalls eine bewusste Entscheidung und fängt bei sich selbst an.

Es werde Licht!

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein licht- und wundervolles neues Jahr <3