Leben auf dem Campingplatz

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Leben auf dem Campingplatz

2018-05-06T14:58:26+00:00Juni 27th, 2017|Nachhaltig, Tiny House Living, Wohnen|

Seit anfangs Juni lebe ich in der Villa Kunterbunt, einem uralten kleinen Wohnwagen auf einem Camping in der Schweiz. Summer, sun, fun and freedom für die nächsten 3 Monate!

Klein aber Oho
Mein neues Zuhause bietet alles, was mein Hippieherz begehrt: Kühlschrank, eine kleine Kochnische, bequeme Stühle, ein Bett, Kräuter, Pflanzen und ein Schattenplätzchen. Eine Ladestation für mein E-Bike Rob darf natürlich auch nicht fehlen. Das Stückchen Land, auf dem ich stehe, misst knappe 80 Quadratmeter. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich mehr Platz habe, als ich benötige.
Schon seit über 2 Jahre träume ich von meinem eigenen kleinen Heim. Jetzt endlich ist mein Traum wahr geworden. Ich habe weder Dusche noch Toilette bei mir im Wohnwagen, aber die Sanitäranlagen vom Camping sind nahe, neu und sauber. Und als kleines Extraplus: Ich muss weniger putzen 😉

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Da ich und mein Freund planen, unser eigenes ökologisches Tiny House zu bauen und auch darin zu leben, konnte ich (und er, wenn er an meinen Freitagen vorbeikommt) schon einmal üben, was es heisst mit wenig auszukommen. Als Backpackerin fällt mir das allerdings nicht schwer. Wer schon mehrere Male über ein halbes Jahr mit dem Rucksack unterwegs war, weiss, dass es nicht viel braucht um ein glückliches Leben zu führen.
Ich bin von morgen bis abends draussen, denn auch wenn sich mein Zuhause gut lüften lässt und in der Nacht angenehm kühl ist, sorgt die Junisonne für Saunastimmung im Wohnwagen und Vorzelt. Das Leben auf so kleinem Raum im Winter könnte sich allerdings etwas enger anfühlen.
Zudem sind auch viele Dinge, wie mein Bett, Winterkleider, Pult, und so weiter bei meinen Eltern im Kinderzimmer. Mein Besitztum ist, leider, noch etwas grösser, als mir lieb ist.


Eine kleine Anekdote zum Minimalismus

Als ich in Laos einmal mit hohem Fieber im Bungalow lag, träumte ich folgendes: Ich war umhüllt von Weiss, alles schien wie in eine flauschige Wolke eingepackt zu sein. Eine höhere Macht verteilte grüne Gegenstände an die Menschen, die da waren. Nicht alle erhielten gleich viel und manche wurden neidisch und wollten mehr und mehr. Eine Stimme sagte mir: «je weniger du besitzt, desto glücklicher wirst du sein». Ich hatte einen Gegenstand in der Hand und wollte ihn loswerden, aber niemandem verschenken, weil ich wusste, dass ich jemand anderes damit unglücklicher machen würde. Ich versuchte es dann den Gierigen, die mehr wollten und den Traurigen, die nicht verstanden, warum sie nicht mehr erhalten hatten, zu erklären.

Sonne, Sommer und Strand

Mein kleines Heim liegt zu allem Glück noch an einem See, sodass ich nach der Arbeit innerhalb von zwei Minuten im Bikini und klarem Wasser bin. Ich koche draussen, ich esse draussen, ich blogge draussen: Ich liebe es! Jeden Abend sehe ich von meinem Plätzchen aus, wie wir uns von der Sonne wegdrehen, wie sie uns zum Abschied jeden Abend eine andere Lichtshow mit den wärmsten Farben präsentiert und mir am nächsten Morgen durchs Fenster ins Gesicht scheint.

Käfer und Ko
Ich will das Campingleben nicht romantisieren, obwohl ich es trotz den folgenden Schattenseiten-punkte liebe. Naturnahes Leben bedeutet nicht nur dem Fuchs und Hase zuzusehen beim Gute-Nacht sagen. Denn auch Spinne, Mücke, Käfer und was da sonst noch so rumkrabbelt sind Teil der Natur. Da ich alles positiv versuche zu betrachten, mache ich gerade eine Selbsttherapie und überwältige meine Angst vor Spinnen. Da ich keine grosse Wahl habe, als die Spinnen im Glas einzufangen und draussen wieder freizulassen (bleibt nur zu hoffen, sie findet ihren Weg nicht sofort wieder zurück).
Vom Hostelleben kenne ich das Problem einer Magendarmgrippe und einem nicht eigenen Bad. Obwohl ich in der Schweiz schon ewig nicht mehr krank war, wäre das eine etwas grössere Herausforderung als Zuhause. Auch das Tuch für die Dusche zu vergessen und dann rasch nackt durch den Korridor zum Schlafzimmer zu flitzen, geht auf dem Camping nicht (oder würde einiges an Aufsehen erregen).
Schliesslich betrachte ich diese Punkte lieber als Herausforderungen, als Chancen um etwas zu lernen. Life is as simple as you make it!

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